Archiv der Kategorie: Bücher

TIPP :: Handwerk in Belgrad/Zanat u Beogradu

Anlässlich des Erscheinens ihres Buches Handwerk in Belgrad/Zanat u Beogradu auf der Leipziger Buchmesse zeigt Franziska Wicke die Fotografien und Texte in der gleichnamigen Ausstellung Handwerk in Belgrad in der Galerie des Pöge-Hauses in Leipzig.

nächste Termine: Freitag, 27.03. 2015 | 18 Uhr  Diskussion: Handwerk und Erinnerung, mit Leipziger Handwerker_innen * * *  Sonntag, 29.3. 2015 | 15 Uhr Gespräch mit Franziska Wicke

muery_salzmann_fruehjahr2015Auf der Buchmesse

BUCHVORSTELLUNG
Freitag 13. März 2015 | 12 Uhr
Forum OstSüdOst, Halle 4, Stand E505

KROKODIL IN DER SAVE: EIN STADTGESPRÄCH
Samstag 14. März 2015 | 15:30 Uhr (mit Marcel Beyer und Srđan Srdić)
Traduki-Südosteuropa-Forum, Halle 4, Stand D507

 Im Pöge Haus

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Donnerstag 12. März.2015 | 18 Uhr

DISKUSSION: HANDWERK UND ERINNERUNG
Freitag 27.03. 2015 | 18 Uhr
mit Leipziger Handwerker_innen

GESPRÄCH MIT DER KÜNSTLERIN
am Sonntag 29.3. | 15 Uhr

Ausstellung geöffnet vom 13.03. bis 29.03.2015 | Do–So 15–18 Uhr

Postkarte Wicke Handwerk VS

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Lesung: Vierstromland & Mezzogiorno

mit Nora Wicke und Patrick Maisano
06. November 2014, 20:00 Uhr
Mehringdamm 61, Berlin

Quer durch Europa führen die Reisen zweier Debüts, die wie Road Movies unserer Zeit sind. Um Sehnsucht und Schmerz, Geschichte und Heimat geht es in Nora Wickes „Vierstromland“ und in Patrick Maisanos „Mezzogiorno“.

Es sind Romane, in denen es um Familien geht, die unterschiedlicher kaum sein könnten: so poetisch wie bei Nora Wicke und so solide draufgängerisch wie bei Patrick Maisano. Zwei neue Stimmen in der deutschsprachigen Literatur, in deren witzigen und melancholischen Geschichten die alten Fragen ganz neu aufleuchten: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?

Eintritt: 5,- / erm. 4,- Euro

Eine Veranstaltung des Lettrétage e.V.
www.lettretage.de

 

TIPP : Vierstromland in der naTo 09.06.

Yeah Yeah Yeah! Wir freuen uns, dass Nora Wicke ein zweites Mal in Leipzig aus ihrem Roman „Vierstromland“ liest und uns mitnimmt, im Strom der Sprache, mit ihren Wirbeln ausTreibgut, Erinnertem, Zusammengereimten, im Fragen, Suchen, Ausstrecken und immer wieder ins Vorwärts, Sichhineinwerfen, ins Weiter der Gedanken. Auf das wieder und wieder und wieder lesen! (vorlesen, verlesen, einlesen, auflesen, zusammenlesen, herauslesen, hineinlesen…)

Am 09.06. um 20:00 Uhr im Kulturzentrum naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46

 

 

Lesung: VIERSTROMLAND

„Als Kind habe ich mir lange auf Karten angesehen, welche Ader woher kommt und an welcher Stelle ein Fluss mit einem anderen Fluss zusammenfließt, welcher mündet, die Neiße in die Oder und nicht umgekehrt, welcher hinübergeht und welcher seinen Namen aufgibt, um zusammen zu sein und zusammen weiterzukommen, alle ins Meer hinein und das Meer trotzdem nicht überläuft.“

Unsere Freundin und Mitstreiterin, die großartige Nora Wicke hat ihren Debütroman Vierstromland veröffentlicht! Den wollen wir euch natürlich vorstellen. Stolz und vorfreudig laden wir also zu folgender Veranstaltung ein:

Visionerski Kafić & Lesung
Wenn es Zeit ist fürs Kaffeetrinken serviert Visionerski Transport deutschen Kuchen und serbischen Kaffee mit Büchern, Magazinen, Comics usw. aus und über Länder Ex-Jugoslawiens. Anschließend folgen wir Nora Wicke ins „Vierstromland“.

Save und Seine, Donau und Spree – wer Europas Städte und Landschaften auf den Flüssen bereist, der kann so viele Welten erleben, wie in Nora Wickes erstaunlichem Debütroman enthalten sind. „Vierstromland“ heißt die Geschichte einer mit allen Wassern gewaschenen Familie. Eliza, die zarte und poetische Hauptfigur des Romans, will den Lebensspuren ihrer Mutter nachgehen, die früh aus ihrem Blick verschwunden ist. Außer ein paar Briefen ist von ihr nicht viel geblieben. Was sich nach und nach findet, sind verwickelte Verwandtschaftsverhältnisse, die quer über die Länder gespannt sind und die ihre eigenen Schauplätze haben. Und so führt „Vierstromland“ auf Pariser Boulevards und Berliner Brachen, in Bukarester Vororte und Belgrader Gässchen. Beständig wechseln Zeiten und Orte dieses lebensprallen Romans, während Nora Wicke bis an die kulturellen Quellen eines Kontinents geht. „Vierstromland“ ist ein ironisches und zugleich elegisches Buch, ein Buch, dessen Sprache so klar ist wie Wasser.

Samstag, 29.03.2014
Visionerski Kafić ab 14:00 / Lesung „Vierstromland“ 17:00
im Werk II, in den Räumen der Gesellschaft für Völkerverständigung, Kochstr. 132, Leipzig-Connewitz

Eine Buchbesprechung findet ihr auf dem Literaturblog vom freien Leipziger Sender >Radio Blau< Lese grad: Nora Wicke – Vierstromland

4stromland

Bewegungen durch Europa

 

 

Der Fotograf Alain Keler schreibt in seinem neuen Buch “Reisen zu den Roma”, er habe in den 10 Jahren, in denen er herumreiste, um Roma in verschiedenen Ländern zu fotografieren, und in denen dokumentarische Fotos über deren Lage entstanden sind, noch keines dieser Bilder verkauft.

 

 

 

In dem jetzt auch auf deutsch (übersetzt von Wolfgang Bortlik) erschienenen Band ist aus diesen Fotografien, verbunden mit Zeichnungen von Emmanuel Guibert, eine Reportage über die Lage der Roma entstanden. Das Buch ist ein lebendiges und vielfältiges, das die Genregrenzen überfliegt. Es kann als Graphic Novel bezeichnet werden oder als Comicreportage, es funktioniert als eine Art Sachbuch, als Dokumentation.

Ausschnitthaft berichtet Keler von seinen Reisen zu den verschiedenen Wohnorten von Roma im Kosovo, in Serbien, Tschechien, in der Slowakei, in Italien und in seinem Heimatland Frankreich. Unterteilt in Kapitel, werden Episoden aus den unterschiedlichen Siedlungen erzählt, oftmals bedrohte Räume, von denen es einige längst nicht mehr gibt. Momentaufnahmen: Radschlagende Kinder, engagierte Sozialarbeiter, ein gebrochenes Objektiv, Energie, Bahngleise, Langeweile, Wut, Mauern. In Farbe und Schwarz-Weiß. Ein paar Menschen, die er getroffen hat, lernen wir näher kennen, wir können kurz hineinschauen in ihre Umgebung, in Gesichter, in Hauseingänge und auf Hütten.
Viele Fragen entstehen während des Lesens, ein ausführliches Vorwort und ein längerer Epilog geben nähere Erklärungen, ebenso die Legende am Schluss des Buches.

Alain Keler entscheidet sich für ein persönliches Buch. Er legt seine Arbeitsweise, die sich nach vielen Jahren von einer schnellen und oberflächlichen in eine ruhige, intensivere gewandelt hat, offen, berichtet über eigene Ängste, über Verständigungsschwierigkeiten und Unsicherheiten, über seine Gefühle. Auch ein Teil der eigenen Familiengeschichte fließt mit hinein: die Verfolgung seiner Großeltern und ihrer Tochter, und deren Ermordung in Konzentrationslagern. Alain Keler bezieht in diesem Buch ganz klar Position für eine immer wieder verfolgte Minderheit und auch wenn manche Sätze etwas pathetisch ausfallen, sind Bilder und Text weder kitschig noch rührselig, aber trotzdem berührend. Es stellt sich vielmehr heraus, dass es eigentlich nicht zu fassen ist: Brandanschläge oder ein über Nacht zum Spielen unbrauchbar gemachtes Fußballfeld, das staatliche Zerstören von Häusern, die oft über Jahre hinweg mühsam aufgebaut wurden.

Im Epilog schreibt er: Ich bin einmal über den Satz einer Historikerin gestolpert, der mir seither im Gedächtnis geblieben ist: “Die Roma sind der erste Riegel der Demokratie, der gesprengt wird.” Ich finde das treffend formuliert. Die Diskriminierung der Roma wird auf uns selbst zurückfallen. Wenn wir die Schwächsten im Stich lassen, ist es schlimm um uns bestellt, denn das ist immer ein gesellschaftlicher Rückschritt. Es ist eine Entmenschlichung. Die Überzeugung, es gäbe in Europa Menschen, die per se anders sind als andere, Parasiten, Diebe, Halsabschneider und Schwindler, schmutzig und unbelehrbar, ist weit verbreitet. Das ist kein neues Phänomen. Man hört es überall, in sämtlichen Sprachen, mal mehr, mal weniger laut.

Einerseits berichtet Alain Keler über die oftmals unwürdigen Lebensbedingungen der Roma, andererseits zeigt er aber auch Perspektiven auf, Hilfsangebote und Bewegungen, die gewillt sind etwas dagegen zu tun, er selbst ist Teil einer solchen Initiative geworden.

In Form und Inhalt sticht dieses Buch heraus. Der Autor geht auf dringende politische Themen unaufgeregt und sehr menschlich zu; die Kombination von guten Fotografien, Zeichnungen und Texten ergeben eine Erzählung, die trotz ihres bedrückenden Inhaltes, eine sehr gelungene ist.

 

Titel: Reisen zu den Roma
Autor: Emmanuel Guibert, Alain Keler, Frédéric Lemercier
Verlag: Edition Moderne
Genre: Graphic Novel

Meet us in the garden – 14.04.2012 in Leipzig

….denn dort wird es bücher zu pflücken geben.

wie unsere biblioteka berlin begibt sich auch die kofer medioteka mit ihrem hab und gut nach draußen, ins grüne – wo sie sich treffen werden, um den samstag zwischen geschichten vom balkan, kaffee und kuchen, freund_innen und neuen gesichtern zu verbringen. abends gibt’s serbische filme zu gucken und leckeres vom grill. also kommt vorbei zum stöbern und genießen, quatschen und draußensein.

>> samstag, 14.04.2012. 15 uhr sind wir da
>> tulpenweg 6, kleingartenverein waldfrieden, küchenholzallee 1, großzschocher – leipzig
(einfach bei den kleingärtnern durchfragen…)

Biblioteka präsentiert: Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz

Wir haben ein besonderes Buch in unsere Bibliothek aufgenommen: Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz von Ursula Timea Rossel. Es passt sehr gut in unsere beginnende Atlanten-Sammlung. Es steht zwar Roman darauf, innen verbirgt sich aber viel mehr.

Dieses Buch ist auch für all die mutigen Wanderer und Wandler: für Guerilleros und Sherpas und Menschen ohne Papiere, für die Transgender, die Kartographen, die wahnsinnigen Regisseure, für die Liebenden und die Selbstmörder, für die Jungs im Schlepperboot, die satten Pilger, die glücklichen Emire, die Rinderhirten und die Dermatologen, für Krieger, Heilige und auf Grund gelaufene Seefahrer. Und für die Hunnen sowieso.

Auch knüpft es an unsere Vergangenheit als Floßreisende, unsere Sympathie für Abenteurer und Seefahrer, unsere Vorliebe für Karten und dem Unterwegssein an.

Es gäbe für einen gerechten und vollständigen Atlas keinen adäquaten Massstab und kein Reduktions-verhältnis, keine gleichartige, technische Ausführung, keine einheitlichen Karten in keiner endlichen Zahl. Der vollkommene Atlas ist ein Sagenbuch.

Aber, lest selbst in Eurer Biblioteka

(mehr Infos unter https://visionerskitransport.wordpress.com/biblioteka-berlin/)

Erschienen ist Ursula Timea Rossels Buch  2011 im Bilgerverlag, Zürich.

http://kryptogeographie.ch/kryptogeographie/kryptogeographie.html

 

 

Kreuzberg kocht. In der Biblioteka!

Am Sonntag und Montag haben wir nicht nur wieder geöffnet, sondern möchten Euch auch ein kleines quadratisches Buch zeigen, das wir gestern frisch erworben haben:

Kreuzberg kocht. Portraits-Interviews-Rezepte: Portraitiert fünfundfünfzig verschiedene Initiativen, Vereine, Kollektive aus unserer (weitgefassten) Nachbarschaft. Prinzessinnengärten und RebellionKino, die lange Tafel und IG Blech, beispielsweise.

Eine der Mitwirkenden, Ana Lichtwer, schreibt: Wir haben das Buch gemacht, um anderen Menschen Mut zu geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu sagen: „Ich bin unsere Gesellschaft“. Wir alle sind verantwortlich dafür, wie wir uns fühlen, wie wir arbeiten, wie wir miteinander umgehen.

In diesem Sinne: Wir freuen uns auf Euch. Gekocht wird unter anderem Suppe nach einem Rezept der Freien Schule Kreuzberg und gebacken wird Russischer Zupfkuchen nach Vorlage der Kreuzberger Kuchenbäckerinnen.

Eure Biblioteka! (Mareike, Jadranko, Franziska, Nora)
(Kreuzberg kocht ist erschienen in der Edition Berliner Büchertisch. Von Ana Lichtwer, Anna Schroll und Cornelia Temesvári,

http://www.buechertisch.org/projekte/edition/edition-kreuzberg-kocht/)